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Generelle Fragen (G)
F(G1): Ist BiSS ausschliesslich als Schnittstelle für Weggeber im Antriebsbereich gedacht, oder sind weitere Anwendungen möglich?
A(G1): BiSS ist als Echtzeit-Schnittstelle für den Antriebsbereich prädestiniert. Die hohe Flexibilität von BiSS und die geringen Implementierungskosten eröffnen aber auch andere Anwendungsfelder, z.B. allgemein mit Sensoren und Aktoren.

F(G2): Mit welchen Hardwarekosten ist pro BiSS-Anschaltung zu rechnen?
A(G2): Der Hardwareaufwand für BiSS ist auf ein Minimum reduziert: Zum Einsatz kommen Standard Steckverbindungen mit 6-adrigen Kabeln; Signalwandlung und BiSS-Schnittstelle können in einem einzigen Baustein integriert und kostengünstig am Halbleitermarkt (u.a. bei iC-Haus GmbH) bezogen werden.

F(G3): Wie komme ich am schnellsten zu einer BiSS-Implementierung?
A(G3): Für erste Versuche kann bei iC-Haus GmbH ein Demo-Board angefordert werden. Damit lässt sich ein kompletter Laboraufbau der Applikation in Ihrem Hause realisieren. Außerdem erhalten Sie Support im Internet unter http://www.biss-interface.com

F(G4): Wieviele Teilnehmer können maximal in einem BiSS-Bus System betrieben werden?
A(G4): An einen BiSS-Master können im BiSS B Protokoll bis zu acht Slaves angeschlossen werden, im BiSS C Protokoll ist die Anzahl der anschließbaren Slaves praktisch unbegrenzt.

F(G5): Wie wird die Integrität der übertragenen Daten sichergestellt?
A(G5): Durch die digitale Signalübertragung wird es möglich, die Datentelegramme mittels CRC-Prüfbits auf Plausibilität zu untersuchen. Dadurch kann ein großes Maß an Datenintegrität gewährleistet werden.

F(G6): Was waren die Hauptgründe, die zur Entwicklung von BiSS geführt haben?
A(G6): Die Entwicklung von BiSS wurde durch die Marktforderungen nach einer nicht-proprietären, flexiblen Schnittstelle angestoßen. Kostentransparenz und Performance standen dabei im Mittelpunkt der Entwicklung.

F(G7): Wer prüft die Konformität von BiSS-Geräten?
A(G7): Zunächst der BiSS-Geräte-Hersteller selbst, z.B. in Verbindung mit Master/Slave-Referenz-Bausteinen der Fa. iC-Haus GmbH.

F(G8): Wo positioniert sich BiSS zwischen Controller- und Feldbusebene?
A(G8): BiSS deckt alle Anwendungen der bekannten Encoder-Schnittstellen ab, verringert die Kosten, bietet Zusatznutzen und erlaubt sogar den Anschluss mehrerer Sensoren und Aktuatoren an einem Strang. Unterhalb einer Feldbusebene kann BiSS als controllerfreies Sub-Netzwerk ein schneller Datensammler für smarte Sensorik sein.

F(G9): Mit welchem Aufwand ist BiSS auf Steuerungs- und auf der Sensorseite implementierbar?
A(G9): Die Steuerung übernimmt die Master-Funktion, wofür zur Bedienung eines einzelnen BiSS-Teilnehmers etwa 5.000 Gatterfunktionen genügen. Ein Slave benötigt nur ca. 1.000 Gatterfunktionen.

Fragen zur Lizenzierung (L)
F(L1): Werden beim Einsatz von BiSS Lizenzgebühren fällig?
A(L1): Endanwender und BiSS-Geräte-Hersteller werden nicht durch Lizenzgebühren oder sonstige versteckte Kosten belastet. BiSS ist eine freie und keine proprietäre Schnittstelle. Lizenzgebühren könnten nur vom IC-Hersteller erhoben werden, welche ICs mit implementierter BiSS-Schnittstelle frei vermarkten.

F(L2): Wie erhalte ich eine BiSS-Hersteller-ID?
A(L2): Eine kontrollierte Hersteller-ID wird mit der kostenfreien Lizenznahme zugeteilt (BiSS Device Manufacturer License Agreement, kurz BDMA).

F(L3): Darf ich BiSS Protokoll ohne Lizenznahme implementieren?
A(L3): Prinzipiell ja, das Protokoll ist offen gelegt und z.B. als Geräte-interne Kommunikationslösung verfügbar. Der Einsatz integrierter Bausteine (von lizenzierten IC-Herstellern) ist ebenfalls nicht betroffen.

F(L4): Wofür brauche ich die BiSS-Lizenz?
A(L4): Durch die kostenfreie Lizenznahme erhalten Sie Rechte zur Nutzung von BiSS-Patenten, Marketing-Rechte (Verwendung von Name und Logo "BiSS-Interface"), Kopierrechte für Dokumentationen, die registrierte Hersteller-ID, technische Unterstützung z.B. durch IP Module (als VHDL, C++, XML). Lizenznehmer verpflichten sich, die Implementierung protokollkonform zu halten, etwaige Weiterentwicklungen offen zu legen und frei zu stellen.

Fragen zu technischen Details (D)
F(D1): Wie schnell ist die Datenübertragung mit BiSS?
A(D1): Die mögliche Taktrate wird durch Leitungsverluste begrenzt. Für eine Kabellänge von z.B. 50 m sind Taktraten bis 10 MHz problemlos möglich (RS422 Standard-Treiber und twisted pair Kabel). Für dieses Beispiel liegt die effektive Datenrate bei 8 MBaud (für Sensordaten) und bei 60 kBaud (bidirektional für Registerdaten). Sensordaten von 35 bit sind in Zyklen von 10 µs übertragbar.

F(D2): Das BiSS-Protokoll beinhaltet keine Timing-Angaben. Welche Sensor-Timeouts und welche Taktfrequenzen sind sinnvoll?
A(D2): Das Protokoll selbst kennt keine zeitlichen Einschränkungen, wie sie bei einer Implementierung in Hardware zwangsweise entstehen. Empfehlungen gibt die BiSS Application Note #2.

F(D3): Ist BiSS an RS422-Hardware gebunden?
A(D3): Nein, andere physikalische Ausführungen wären denkbar, z.B LVDS.

F(D4): Gibt es festgelegte Registerbereiche bei BiSS?
A(D4): Ein BiSS-Master erwartet die Hersteller- und Gerätekennung unter den Adressen 78h bis 7Fh im ersten genutzten Registerblock (jeweils 128 Bytes pro Slave-ID), alle anderen Bereiche sind frei definierbar. Ab BiSS C sind weitere Registerbereiche für bestimmte Informationen reserviert: Bankauswahl, EDS Bank Pointer, BiSS Profilkennung und Seriennummer. Weitere Registerbereiche können unter Berücksichtigung von Device- und EDS-Vorgaben frei genutzt werden.

F(D5): Welche Befehle kennt BiSS?
A(D5): BiSS ist nicht kommandogesteuert. BiSS kennt bei der Sensordaten-Kommunikation nur Taktsignal-getriggerte Aktionen zur Datenerfassung. Die bidirektionale Register-Kommunikation ist mit Schreib- und Lesezugriffen umgesetzt.